Leitseite
Wer wir sind
Was wir tun
Ortsgruppen
Mitmachen?
Projekte
Aktuelles
Publikationen
Pressespiegel
Kontakte
Wörth/Rh.

Die Ortsgruppe Wörth am Rhein wurde im Jahr 1987 gegründet. Eines der Hauptziele bestand darin, Feuchtbiotope auf  Wörther Gemarkung, besonders in Rheinnähe, anzulegen. Dadurch sollte der Vernetzung einer Biotopkette von der Rheinebene bis zum Haardrand ein kleines Stück nähergekommen werden. Andere NVS-Ortsgruppen wie Kandel und Niederhorbach hatten in ihren Gebieten  schon einige Feuchtbiotope angelegt. 

Das große Problem der Ortsgruppe Wörth bei diesem Ziel war jedoch, daß sie keine eigenen Grundstücke besaß und wegen der hohen Grundstückspreise in dieser Gegend auch  keine erwerben konnte. Wie es nach und nach doch gelang, insgesamt drei solche Biotope zu schaffen, soll nachfolgend vorgestellt werden.

Die Geschichte der NVS Feuchtbiotope bei Wörth/Rh.

Das Biotop neben dem ehemaligen Mobil-Gelände

Für das erste Biotop kam die Firma Mobil Oil den Wörther Naturschützern zu Hilfe: Sie boten ein kleines Ackerdreieck neben dem Werksgelände, auf dem Jäger vor allem Topinambur gepflanzt hatten, zur Nutzung an. Nach Besichtigung des Grundstücks durch Experten des Vereins wurde bald ein Nutzungsvertrag auf 10 Jahre abgeschlossen. Der nächste Schritt war die Planung und Einholung der behördlichen Genehmigung. Nach Einreichen der Unterlagen an Kreisverwaltung und Bezirksregierung im Januar 1989 erhielten wir im November 1989 die Genehmigung mit der Auflage, vor der Durchführung 6000 DM als Bürgschaft bei der Bezirksregierung zu hinterlegen. Der Gesamtverband  half uns mit diesem Betrag aus, da die eigene Kasse noch recht leer war.

Im März 1990 kam dann der große Tag: Ein Bagger rückte an und hob einen ziemlich tiefen Trichter aus, bis endlich das Wasser aus dem Grund drang. Doch die Freude über das neue "Feuchtbiotop" währte nicht lange: Ausgerechnet am Tag der amtlichen Abnahme im Mai 1990 war durch die Trockenheit im Frühjahr kein Tropfen Wasser mehr zu sehen. Die Beamten, die ironisch nach dem "Feucht"-Biotop fragten, waren kaum davon zu überzeugen, daß das Wasser für die laichenden Frösche und Kröten vorwiegend im zeitigen Frühjahr notwendig ist. Die Abnahme wurde jedenfalls verweigert. Erst nach zähen Verhandlungen des Vereinsvorsitzenden Gerd Kümmel auf  Kreisebene  erhielten wir im März 1991 den Abnahmeschein, und die Bürgschaft wurde an den Gesamtverband zurückgezahlt.


Inzwischen haben sich die Wasserverhältnisse normalisiert, das Biotop wurde von diversen Fröschen und Molchen angenommen. Es kommen dort vor: Laubfrosch, Springfrosch, "Grünfrosch", Teichmolch und Fadenmolch.

Zum Schutz des Biotops, das neben einem von Radfahren benutztem Weg liegt, haben wir einen Heckenstreifen mit Wildsträuchern neben dem Weg angelegt, der inzwischen recht dicht und hoch geworden und durch weitere Wildsträucher verlängert worden ist.

Nach der Schließung der Raffinerie ging das Grundstück an die Stadt Wörth über. Mit ihr konnten wir einen Nutzungsvertrag entsprechend dem mit Mobil Oil abschließen.
 

 So sieht das Feuchtbiotop im späten Frühjahr aus
 

Die Biotope im Oberwald und Erlenbruch

Schon lange hatten wir der Stadt Wörth vorgeschlagen, im Oberwald und Erlenbruch Feuchtbiotope anzulegen, wobei wir, wenn wir die Arbeiten ausführen würden, auf finanzielle Unterstützung durch die Stadt hofften.

Unsere Überraschung war groß, als eines Tages im Amtsblatt unter der Tagesordnung für eine öffentliche Bauausschußsitzung ein Tagesordnungspunkt "Anlegen von Feuchtbiotopen durch den NVS" aufgeführt war. Wir waren nämlich von konkreten Maßnahmen überhaupt nicht informiert worden.

Natürlich nahm der Vorsitzende der Ortsgruppe an dieser Sitzung als Zuhörer teil. Trotz einiger kritischer Nachfragen war das Gremium dem Vorhaben positiv gesonnen. Es brauchte noch einige Monate, bis wir mit der Stadt zwei Nutzungsverträge über entsprechende Grundstücke abschließen konnten.

 

 



 

Die Planung nach Vorgaben von Mathias Kitt und die Genehmigung durch die zuständigen Behörden gingen danach sehr viel schneller als bei unserem ersten Biotop. Zu unserer großen Freude wurden die Baggerarbeiten aus einem Landesfonds für Artenschutz (Moor- und Laubfrösche) finanziert.

Die Arbeiten an beiden Biotopen wurden von einem Landwirt aus Wörth ausgeführt, der im Besitz eines kleineren Baggers ist. Nach den Arbeiten konnten wir ihn sogar als neues Mitglied gewinnen.

Im November und Dezember 1997 konnten wir mit vereinten Kräften beide Biotope fertigstellen. Im Sommer darauf hatten wir im Oberwald eine böse Überraschung: Irgendwie waren Fische in das Wasser für Frösche und Kröten geraten, was diesen Tieren und ihrem Laich natürlich überhaupt nicht gut tat.

Bei trockenheißem Sommerwetter gelang es uns, den Fischbestand größtenteils abzufischen.


 

 

 

Im nächsten Winter wurden am  Rand des Biotops mehrere Hinweisschilder aufgestellt, in denen "Fischfreunde" gebeten werden, ihre Tiere dort nicht einzusetzen.

Inzwischen können die Amphibien im Schutze von Schilfbestand auch bei einigen vorhandenen Fischen dort gut überleben.

 

Die beiden Bilder links in diesem Abschnitt zeigen das Biotop im Erlenbruch, die beiden Bilder rechts das Biotop im Oberwald, jeweils bei der Entstehung im Jahr 1997 und wie es heute aussieht.

[Leitseite] [Wer wir sind] [Was wir tun] [Ortsgruppen] [Mitmachen?] [Projekte] [Aktuelles] [Publikationen] [Pressespiegel] [Kontakte]