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Das Biotop neben dem ehemaligen Mobil-Gelände
Für das erste Biotop kam die Firma Mobil Oil den Wörther Naturschützern zu Hilfe: Sie boten ein kleines Ackerdreieck neben dem Werksgelände, auf dem Jäger vor allem Topinambur gepflanzt hatten, zur Nutzung an. Nach
Besichtigung des Grundstücks durch Experten des Vereins wurde bald ein Nutzungsvertrag auf 10 Jahre abgeschlossen. Der nächste Schritt war die Planung und Einholung der behördlichen Genehmigung. Nach Einreichen der
Unterlagen an Kreisverwaltung und Bezirksregierung im Januar 1989 erhielten wir im November 1989 die Genehmigung mit der Auflage, vor der Durchführung 6000 DM als Bürgschaft bei der Bezirksregierung zu hinterlegen.
Der Gesamtverband half uns mit diesem Betrag aus, da die eigene Kasse noch recht leer war.
 Im März 1990 kam dann der große Tag: Ein Bagger rückte an und hob einen ziemlich tiefen Trichter aus, bis endlich das Wasser aus dem Grund
drang. Doch die Freude über das neue "Feuchtbiotop" währte nicht lange: Ausgerechnet am Tag der amtlichen Abnahme im Mai 1990 war durch die Trockenheit im Frühjahr kein Tropfen Wasser mehr zu sehen. Die
Beamten, die ironisch nach dem "Feucht"-Biotop fragten, waren kaum davon zu überzeugen, daß das Wasser für die laichenden Frösche und Kröten vorwiegend im zeitigen Frühjahr notwendig ist. Die Abnahme
wurde jedenfalls verweigert. Erst nach zähen Verhandlungen des Vereinsvorsitzenden Gerd Kümmel auf Kreisebene erhielten wir im März 1991 den Abnahmeschein, und die Bürgschaft wurde an den
Gesamtverband zurückgezahlt.

Inzwischen haben sich die Wasserverhältnisse normalisiert, das Biotop wurde von diversen Fröschen und Molchen angenommen. Es kommen dort vor: Laubfrosch, Springfrosch, "Grünfrosch", Teichmolch
und Fadenmolch.
Zum Schutz des Biotops, das neben einem von Radfahren benutztem Weg liegt, haben wir einen Heckenstreifen mit Wildsträuchern neben dem Weg angelegt, der inzwischen recht dicht und hoch geworden und
durch weitere Wildsträucher verlängert worden ist.
Nach der Schließung der Raffinerie ging das Grundstück an die Stadt Wörth über. Mit ihr konnten wir einen Nutzungsvertrag entsprechend
dem mit Mobil Oil abschließen.
So sieht das Feuchtbiotop im späten Frühjahr aus
Die Biotope im Oberwald und Erlenbruch
Schon lange hatten wir der Stadt Wörth vorgeschlagen, im Oberwald und Erlenbruch Feuchtbiotope anzulegen, wobei wir, wenn wir die Arbeiten ausführen würden, auf finanzielle Unterstützung durch die Stadt hofften.
Unsere Überraschung war groß, als eines Tages im Amtsblatt unter der Tagesordnung für eine öffentliche Bauausschußsitzung ein
Tagesordnungspunkt "Anlegen von Feuchtbiotopen durch den NVS" aufgeführt war. Wir waren nämlich von konkreten Maßnahmen überhaupt nicht informiert worden.
 Natürlich nahm der Vorsitzende der Ortsgruppe an dieser Sitzung als
Zuhörer teil. Trotz einiger kritischer Nachfragen war das Gremium dem Vorhaben positiv gesonnen. Es brauchte noch einige Monate, bis wir mit der Stadt zwei Nutzungsverträge über entsprechende Grundstücke
abschließen konnten.

Die Planung nach Vorgaben von Mathias Kitt und die Genehmigung durch die zuständigen Behörden gingen danach sehr viel schneller als bei unserem ersten Biotop. Zu unserer großen Freude wurden die
Baggerarbeiten aus einem Landesfonds für Artenschutz (Moor- und Laubfrösche) finanziert.
Die Arbeiten an beiden Biotopen wurden von einem Landwirt aus
Wörth ausgeführt, der im Besitz eines kleineren Baggers ist. Nach den Arbeiten konnten wir ihn sogar als neues Mitglied gewinnen.
 Im November und Dezember 1997 konnten wir mit vereinten Kräften
beide Biotope fertigstellen. Im Sommer darauf hatten wir im Oberwald eine böse Überraschung: Irgendwie waren Fische in das Wasser für Frösche und Kröten geraten, was diesen Tieren und ihrem Laich
natürlich überhaupt nicht gut tat.
Bei trockenheißem Sommerwetter gelang es uns, den Fischbestand größtenteils abzufischen.

Im nächsten Winter wurden am Rand des Biotops mehrere Hinweisschilder aufgestellt, in denen "Fischfreunde" gebeten werden, ihre Tiere dort nicht einzusetzen.
Inzwischen können die Amphibien im Schutze von Schilfbestand auch bei einigen vorhandenen Fischen dort gut überleben.
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