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Entlang der Kreisstraße K19 von Langenberg nach Hagenbach, genauer gesagt zwischen der Einmündung der Büchelberger Straße und dem Sägewerk Betsch wurde im Jahr 2002 erstmalig ein Amphibienschutzzaun in einer Länge von gut 500m angelegt. Er dient dem Schutz der Amphibien, die auf dem Weg aus ihren Winterquartieren im Bienwald zu ihren Laichplätzen im Naturschutzgebiet Ried- Ried die Straße überqueren müssen – ein Unterfangen, das sich in den vergangenen Jahren für Hunderte von Tieren als Todesfalle erwiesen hatte
Beteiligt waren an dem Projekt neben dem Forstamt Hagenbach die Untere Landespflegebehörde, die Biotopbetreuung Rheinland-Pfalz, der Naturschutzverband Südpfalz, die Hainbuchenschule Hagenbach und die
POLLICHIA. Die Verantwortung für die täglichen Kontrollen der insgesamt 24 Auffangeimer hatte der Naturschutzverband Südpfalz e.V. übernommen, der damit den vierten Amphibienschutzzaun in seinem Wirkungsbereich
betreut. Jeden Morgen wurden die Amphibien eingesammelt und über die Straße in das Naturschutzgebiet gebracht.
Die Hainbuchenschule Hagenbach als Ökologische Schule leistete im Jahr 2002 im Rahmen eines umfangreichen Programms für alle
Klassenstufen eine Reihe von praktischen Beiträgen zum Artenschutz. An dem Amphibienschutzprojekt nahm schwerpunktmäßig die Grundschule teil. Jeweils am Mittwoch und Freitag halfen Kinder der
Grundschulklassen, die Tiere einzusammeln und über die Straße zum Naturschutzgebiet zu bringen. Für die Dauer der Aktion wurden jeweils Warnschilder und eine Geschwindigkeitsbeschränkung
aufgestellt, und Eltern der Kinder sicherten die Strecke zusätzlich als Lotsen.
Fachleute des NVS unterrichteten die Kinder vor Ort über die jeweils vorgefundenen Arten, deren Lebensweise und den Grad akuter
Gefährdung, in der sich die meisten Arten befinden. Außerdem wurde über die Funde jeden Tages ein Protokoll angefertigt, das am Ende der Aktion eine genauere Auswertung (Anzahl der Arten, Anzahl je Art,
Verteilung entlang der Strecke, Häufigkeit über den gesamten Beobachtungszeitraum, Einfluss der Witterung auf das Wanderverhalten, usw.) ermöglichte.
Ein interessantes Ergebnis war, dass es sich bei diesem Standort um
eines der größten Vorkommen des Springfrosches (rana dalmatina) in Rheinland-Pfalz, ja sogar in ganz Deutschland handelt. Alleine um ihre Überlebenschance zu verbessern, hätte sich diese Aktion schon mehr als
gelohnt, die im Übrigen nicht als Eingriff in den natürlichen Lebenskreislauf zu betrachten ist: die Amphibien werden
lediglich vor der Gefahr „Straßenverkehr“ bewahrt – mit ihren natürlichen Fressfeinden müssen sie alleine
zurechtkommen. So sind z.B. wiederholt Spuren und Überreste aufgefunden worden, die für den Iltis kennzeichnend
sind und auf einen stärkeren Bestand dieser Art schließen lassen. Aber auch die Ringelnatter lebt in diesem Naturschutzgebiet, und der Graureiher ist ein häufig anzutreffender Besucher...
Insgesamt wurden folgende Arten erfasst: Springfrosch (rana dalmatina),
Grasfrosch (rana temporaria), Erdkröte (bufo bufo), Bergmolch (triturus alpestris), Kammmolch (triturus cristatus), und Fadenmolch (triturus helveticus). Insgesamt wurden beinahe 800 Tiere sicher über die Straße
gebracht, während sich die Verluste, die überwiegend am „vorderen“ Ende
des Zauns festgestellt wurden, auf weniger als 20 Individuen beliefen. Hier ergibt sich Handlungsbedarf für die kommenden Jahre, da Tiere, die entlang der Büchelberger Straße auf die Straßenkreuzung stoßen, von dem
Zaun entlang der K19 nicht erfasst wurden.

Die Rückwanderung der Amphibien erfolgt über einen ausgedehnten Zeitraum nach dem Ablaichen, praktisch bis in den Herbst hinein (die erste Wanderung der neuen Generation in die Winterquartiere).
Für diesen „Rückweg“ sind keine Schutzmaßnahmen vorgesehen. Der Schutzzaun wurde Ende März 2002 wieder entfernt, um die Rückwanderung nicht zu behindern.
Das letzte Bild zeigt die Klasse 4A der Hainbuchenschule beim Aussetzen der eingesammelten Tiere in der Nähe
des Laichgewässers. Es wird darauf geachtet, dass die Kinder die Amphibien von einer abgegrenzten Stelle aus (liegender Baumstamm) noch dabei beobachten können, wie sie einen sicheren Platz für den Tag suchen, ohne
dass dabei eines der gerade geretteten Tiere versehentlich zertreten werden kann.
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