Leitseite
Wer wir sind
Was wir tun
Ortsgruppen
Mitmachen?
Projekte
Aktuelles
Publikationen
Pressespiegel
Kontakte
Wanderfalken in Wörth/Rh.

Dieser Bericht ist so gegliedert, dass jeweils das aktuelle Jahr ganz oben angeordnet ist. Weiter unten auf dieser Seite finden Sie die Einträge für die zurückliegenden Jahre, sowie einige Informationen zur Vorgeschichte dieses Projektes..

Brutsaison 2003

Wie im vergangenen Jahr ist das Wanderfalkenpaar schon früh im Jahr zurückgekehrt und hat den künstlichen Horst auf dem Werksgelände der Firma DaimlerChrysler bereits Anfang März wieder angenommen. Diese Beständigkeit ist die schönste Anerkennung für die von unserem Mitglied Ulrich Kabel geleisteten Wartungs- und Pflegearbeiten - der Horst war wie jedes Jahr komplett geräumt, gereinigt und mit einer frischen Sandeinschüttung versehen worden.

Dank der installierten Überwachungskameras konnte nahezu “live” mitverfolgt werden, wie bereits bis Mitte März die vier Eier gelegt wurden, und nach dreißig Tagen Brutzeit nach und nach die vier Jungen schlüpften.

Nach wenigen Tagen - es ist der 22. April - sind die Küken zwar schon kräftig gewachsen, wenn man sie mit der links in der Ecke liegenden Eierschale vergleicht, aber sie können sich noch problemlos unter der Mutter verstecken, wenn sie - je nach Witterung und Tageszeit - Wärme oder Schutz vor gleißender Sonne suchen.

Nur ein paar Tage später - es ist der 2. Mai - sind sie schon so groß, dass sie nicht mehr unter einem Altvogel Platz haben würden. Aber dafür sind sie schon sehr beweglich, und können sich in einer Ecke zusammenkuscheln, wenn die Altvögel, die nun nicht mehr “rund um die Uhr” Wache halten müssen, sie für eine Weile alleine lassen.

 


Brutsaison 2002:

Nach dem Totalausfall in 2001 (das Gelege wurde - möglicherweise infolge einer ungeklärten Störung - aufgegeben) zeichnet sich für das laufende Jahr wieder ein guter Bruterfolg ab. Der Horst wurde inzwischen mit Farbkameras ausgestattet, wodurch noch bessere Einblicke in das Familienleben der Wanderfalken möglich sind. Gleichzeitig ist durch diese Überwachung rund um die Uhr mit den alarmgesicherten Kameras ein Höchstmaß an Schutz für den ungestörten Verlauf der Brutsaison 2002 gegeben.

Wir möchten Ihnen hier - mit freundlicher Genehmigung und Unterstützung von Firma DaimlerChrysler - einige aktuelle Bilder von der Entwicklung der jungen Wanderfalken präsentieren. Hier entstehen Einblicke aus nächster Nähe, die in freier Wildbahn niemals möglich wären.


Die erste Inspektion und Annahme des Horstes erfolgte bereits Mitte Februar. Die Balzzeit dauert etwa einen Monat, und am 13.März war es dann soweit: das erste Ei wurde gelegt.

 

 

 

 

 


                                 Eine Woche später war das Gelege vollständig:  es sind dieses Jahr  wieder vier Eier.
 

 

 

Genau 30 Tage später - es war der 19.April - waren bereits zwei Küken geschlüpft. Während das erste bereits gefüttert wird, krabbelt das zweite soeben aus der gerade aufgebrochenen Eierschale.
 

 

 

 


 


Eine Woche später - 26.April 2002 - sehen wir beide Altvögel damit beschäftigt, die Jungen zu füttern.

 

 

 

 

 

 

Zwei Wochen sind vergangen - es ist Donnerstag, der 9.Mai 2002 (Christi Himmelfahrt). Ein schöner warmer Tag geht zu Ende. Wir beobachten die Abendfütterung (um 19:15 Uhr), zu der die Jungvögel bereits aus der inneren Brutkammer in den “Vorhof” herausgekommen sind.

 

 

 

Pfingstsonntag, 19.05.2002: der Federflaum der Küken wird bereits abgelöst von einem  voll funktionsfähigen Federkleid. Der älteste der Jungvögel ist jetzt 30 Tage alt. In etwa 10 Tagen wird er zum ersten Mal ausfliegen...

 

 


 

 


Es ist Mittagszeit am Sonntag, den 26. Mai 2002. Die Jungvögel sind fast erwachsen. Sie verbringen viel Zeit damit, sich die letzten Flaumfedern aus dem Gefieder zu zupfen. Noch ein paar Tage Flugmuskeltraining... und es kann losgehen in die große Freiheit.
 

 

Sie fliegen ...!

Am 03.Juni 2002 um die Mittagszeit zeigt die Horstkamera nur noch ein leeres Nest.

Mit dem Spektiv sind drei der Jungvögel von außerhalb des Werksgeländes (Entfernung zum Horst ca. 400m) noch in der Nähe des Nistplatzes zu lokalisieren. Der vierte hat sich schon auf einen größeren Ausflug gewagt und findet sich schließlich an dem Lieblingsplatz seines Vaters: ganz oben auf dem höchsten Schornstein.


Hier sind noch einmal alle vier Jungvögel in extremer Vergrößerung an den auf den Bildern weiter oben rot eingekreisten Standorten zu sehen.

Die Jungvögel sind noch immer auf Fütterung angewiesen. Sie können jetzt zwar fliegen, aber das Beute machen müssen sie noch lernen. Diese Unterweisung, die ausschließlich im Flug stattfindet, ist ein atemberaubendes Schauspiel, wenn man Gelegenheit hat, es “live” zu beobachten. Wir aber werden diesen letzten Schritt der jungen Wanderfalken zum Erwachsenwerden von hier aus nicht mitverfolgen können. Wir schließen daher hiermit diese Dokumentation ab und hoffen auf einen ähnlichen Bruterfolg im nächsten Jahr...

Wenn Sie mehr über Wanderfalken wissen wollen: -   Arbeitskreis Wanderfalkenschutz RLP


Vorgeschichte / Brutsaison 2000

Von der Stilllegung der Mobil Oil Raffinerie Ende 1995 und der Ankündigung, dass die Industrieanlage vollständig demontiert würde, waren nicht nur die Mitarbeiter des Betriebs betroffen. Für den vom NVS am Schornstein angebrachten künstlichen Horst, in dem ein Wanderfalkenpaar schon mehrmals erfolgreich gebrütet hatte, musste ein neuer Standort gefunden werden, bevor der Schornstein gesprengt wurde.

Ulrich Kabel, Mitglied der NVS Ortsgruppe Wörth, übernahm diese Aufgabe. Im LKW-Werk Wörth der Firma DaimlerChrysler stieß er auf große Aufgeschlossenheit für sein Anliegen, aus der sich eine beispielhafte Unterstützung für dieses ungewöhnliche Naturschutzprojekt entwickelte. Der Umzug war ein voller Erfolg: der Horst wurde an dem neuen Standort wieder angenommen, und heute gehört der höchste Schornstein auf dem Werksgelände zur bevorzugten Aussichtsplattform des Wanderfalkenpaares.

Für die Brutsaison 2000 wurde der Horst mit einer Kamera ausgestattet, die Bilder vom Horst zu einem Serversystem übertragen konnte. So entstand von diesem bisher erfolgreichsten Brutjahr – es flogen vier Jungvögel aus – eine einmalige Bilddokumentation über das Familienleben der Wanderfalken: die erste Inspektion des Horstes Anfang März, das erste Ei, die Ablösung während der Brutzeit, das Schlüpfen der 4 Küken im Abstand von je 2 Tagen,. die Fütterung und Pflege, die ersten Flugversuche,... festgehalten in Hunderten von Einzelbildern, ohne die Wanderfalken im geringsten zu stören.

 So konnte z.B. beobachtet werden, dass bei den Wanderfalken Gleichberechtigung herrscht und der Terzel (der männliche Altvogel) ein tüchtiger „Hausmann“ ist: sobald das größere und kräftigere Weibchen nach der langen Brutzeit wieder zu Kräften gekommen ist und die Kleinen immer mehr Nahrung brauchen, geht vorwiegend sie auf Jagd und bringt die Beute zum Horst, wo der Terzel es übernimmt, die Nahrung zu zerkleinern und an die Jungvögel zu verteilen. Dabei achtet er darauf, dass auch das kleinste Küken, das ja 6 Tage jünger als das Erstgeschlüpfte ist, seinen Anteil bekommt.

Innerhalb von wenigen Wochen vollzieht sich eine faszinierende Wandlung: aus den winzigen weißen Flaumballen werden Jungvögel, die auf der kleinen Plattform vor der Nistkammer mit kräftigen Schlägen ihre Flügel trainieren. Und schon Anfang Juli kann der Horst gesäubert und für die nächste Saison vorbereitet werden, eine Arbeit, der sich Ulrich Kabel (im Bild unten links) immer noch gerne annimmt. Auch das Horstbuch wird jedes Jahr von ihm fortgeschrieben, um das Leben dieser bedrohten Vogelart inmitten einer Industrielandschaft detailliert aufzuzeichnen.

Die Unterstützung dieses Projektes seitens der Firma DaimlerChrysler wurde im Umweltbericht Magazin 2001 des Unternehmens einer breiten Öffentlichkeit zur Kenntnis gebracht: eine ganze Seite wurde Ulrich Kabel und „seinen“ Wanderfalken gewidmet.

Mehr als eine freundliche Geste, ist diese Würdigung auch ein öffentliches Bekenntnis zum aktiven Naturschutz, für das sich der Naturschutzverband Südpfalz auch an dieser Stelle herzlich bedanken möchte.

 

 

Uli Kabel ist zufrieden:

hier finden die Wanderfalken beste Voraussetzungen für eine erfolgreiche Brutsaison 2002 vor.

 

[Leitseite] [Wer wir sind] [Was wir tun] [Ortsgruppen] [Mitmachen?] [Projekte] [Aktuelles] [Publikationen] [Pressespiegel] [Kontakte]